Was ist vor Operationen zu beachten?

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Bei Ihrem Haustier ist in den nächsten Tagen eine Operation geplant. Da Sie sicherlich noch einige Fragen haben, sind in den kommenden Zeilen die wichtigsten Informationen zusammengefasst:

Nüchtern lassen zur Vorbereitung auf die OP

  • Für die anstehende Operation in Vollnarkose muss Ihr Tier mindestens 10 – 12 Stunden vor der OP nüchtern sein, d.h. es sollte keine feste Nahrung oder Leckerchen mehr bekommen. Dies ist notwendig, da ein voller Magen nicht nur eine zusätzliche Kreislaufbelastung darstellt, sondern die verabreichten Narkosemittel Übelkeit und Erbrechen auslösen können, wodurch die Gefahr besteht, dass verschlucktes Futter in die Lunge gerät.
  • Wasser ist erlaubt und sollte jederzeit angeboten werden, um den Organismus und den Kreislauf zu stabilisieren.
  • Besonderheit bei der Hündinnen-Kastration: Beginnen Sie 36 Stunden vor der OP mit der Nahrungsumstellung. Mischen Sie 2 Tage vor der OP das gewohnte Futter mit Wasser bis es breiig ist. Füttern Sie 1 Tag vor der OP nur noch flüssige Hühnersuppe (Rezept auf unserer Homepage bzw. fertige Nährlösung in unserer Praxis erhältlich). Am OP-Tag selbst ist nur noch Wasser erlaubt. Der Vorteil dieser Diät besteht darin, dass der gesamte Magen-Darm-Trakt leer bleibt, wodurch eine Aufblähung verhindert wird. Dies unterstützt widerum positiv den Heilungsprozess ihres Tieres nach der OP.
  • Bitte lassen Sie Ihre Heimtiere und Reptilien vor der Operation niemals fasten! Besonders Kaninchen und Nager sind auf ständige Futterzufuhr angewiesen, da Ihnen der Brechreflex fehlt, und eine Fastenzeit den Magen-Darm-Trakt schnell durcheinander bringen kann.

Vorgehen am Operationstag

  • Am OP-Tag selbst ist der Patient zu schonen. Gehen Sie eine kurze Morgenrunde. Vermeiden Sie dabei übermäßiges Toben, Überanstrengung und unnötige Aufregung. Wichtig ist, dass sich Ihr Hund vor der OP nochmal vollständig entleeren kann.
  • Freigänger-Katzen müssen die Nacht vor dem OP-Tag unbedingt zu Hause bleiben, um eine ungewollte Futteraufnahme und plötzliches Nichterscheinen am OP-Tag zu vermeiden.
  • Unmittelbar vor der Narkose untersuchen wir Ihr Tier noch einmal eingehend und entscheiden, ob es narkosefähig ist. Da das Narkoserisiko bei gesunden Patienten deutlich geringer ist, teilen Sie uns bitte unbedingt jede Auffälligkeit sowie kleineste Krankheitsanzeichen bei der Abgabe Ihres Tieres mit!
  • Auf Wunsch erledigen wir auch Extraleistungen, wie z.B. Krallen schneiden, Zähne anschauen oder Ohren säubern, während der Narkose gleich mit. Informieren Sie uns bitte rechtzeitig bei Abgabe des Tieres.
  • Bringen Sie wenn möglich ein Handtuch bzw. eine Decke am OP-Tag mit. Dieses „riecht nach zu Hause“ und schütz Ihr Tier auf dem Heimweg vor Auskühlung, falls es noch nicht komplett wach ist.

Medikamente

  • Sofern Ihr Tier dauerhaft Medikamente (z.B. Herzmedikamente, Antiepileptika) einnehmen muss, verabreichen Sie diese wie gewohnt auch am Morgen der OP, wenn nötig mit einer erbsengroßen Menge an Futter. Sollte Ihr Tier an Diabetes leiden, halten Sie bitte mit uns Rücksprache, damit wir die genaue Dosierung des Insulins besprechen können.

Mit der Abgabe Ihres Tieres geben Sie Ihr Einverständnis zur Durchführung der vereinbarten Operation einschließlich der Narkose. Falls Sie hierfür eine gesonderte Niederschrift für Ihre Unterlagen benötigen, sprechen Sie uns bitte an.

 Vor der Operation werden Ihre Wünsche noch einmal notiert. Ist Ihnen trotzdem noch irgendetwas unklar oder haben Sie weitere Fragen? Sie können sich jederzeit an unser Team wenden 🙂